Die sogenannte gläserne Decke lässt Karriereträume platzen und als ich vor kurzem darauf angesprochen wurde, habe ich das angekündigte Thema für heute umgeschmissen, denn es ist einfach zu wichtig, als es hinten an zu stellen.

Heute möchte ich Dir Tipps und Lösungsmöglichkeiten mitgeben, die Dir in einer solch verzwickten Situation weiterhelfen.

Denn es wäre sehr schade, wenn Dein Selbstmarketing daran zerschellen würde.

Und eh‘ das Du klein bei gibst und Dein Traum zerplatzt, unterhalten wir uns lieber über die Möglichkeiten die Du in einer solchen Situation hast.

 

Die gläserne Decke – das unheilvolle Monster, das Träume zerstört.

 

Ist Dir die gläserne Decke schon mal untergekommen?
Wenn nicht, dann bekommst Du jetzt erstmal einen Eindruck davon, was das für Frauen und leider sind es tatsächlich nur die Frauen die damit zu tun haben, bedeutet.

In einem Satz: Die gläserne Decke stoppt Frauen auf ihrem Karriereweg radikal.

 

Anders ausgedrückt ist es eine firmeninterne, oftmals gut getarnte Barriere, die es Frauen unmöglich macht über eine bestimmte Position hinaus aufzusteigen.

Also, schön geht anders.

Und ich frage mich gerade auch, in welchem Jahrhundert wir eigentlich leben? Die gläserne Decke fördert auch noch männliches Macho-Denken aufs Allerfeinste. Und leider, leider funktioniert die gläserne Decke dann wie ein unüberwindbares Machtinstrument.

Für Frauen ist es sehr frustrierend wenn Sie bemerken, dass sich sämtliches Engagement nicht lohnt, weil es nicht wirklich gewollt ist.
Denn wann immer eine Frau, die in einem Unternehmen arbeitet dessen ursprüngliches Hierarchiegefüge es, unter der Hand wohlgemerkt, nicht zulässt, dass Frauen in die Unternehmensspitze aufsteigen, steht sie auf verlorenem Posten. Keine Chance auf Gleichberechtigung, vergiss‘ es.

Das ist natürlich eine sehr bescheidene Firmenphilosophie und heute eigentlich gar nicht mehr denkbar. Zudem ist eine gläserne Decke tatsächlich schwer aufdeckbar und immer ein Konstrukt aus verschiedenen Gegebenheiten.

Man muss schon eine sehr gute „Spürnase“ dafür haben und am Ende bleibt die Frage, was ändert sich, wenn man es aufdeckt?

 

Aufgedeckt und was dann? Gehen?

 

Ich würde mal sagen: Nix. Es wird sich nichts ändern. Rein gar nichts. Denn wenn ein Unternehmen eine solche Kultur pflegt, nach dem Motto „Lass‘ das mal den Papa machen“, dann lohnt es sich die Koffer zu packen und sich einen anderen Campingplatz zu suchen.

Ganz ehrlich, das ist dann die schonendere Variante. Zumindest für die Nerven.

 

Burnout durch die gläserne Decke? Ein Beispiel aus der Praxis.

 

Ein Beispiel aus meiner Coachingarbeit.
Eine Klientin klagt über einen immer wiederkehrenden Konflikt, der unter der Hand schwelt, mit einem Kollegen auf gleicher Hierarchieebene.

Er greift sie in Besprechungen an, lässt nichts aus um sie zu vorzuführen und es wird stillschweigend toleriert. Die Frau ist klug, wortgewandt und fachlich einwandfrei aufgestellt. Aber selbst der Betriebsrat hält sich dezent zurück.

Der Kollege bekommt die Beförderung, die Frau ein Schulterklopfen. „Beim nächsten  Mal bestimmt …“ Ja sicher, ganz bestimmt und morgens geht der Mond auf …

Scheußliche Situation, denn es wird sich wiederholen. Hier kannst Du wählen zwischen Pest oder Cholera. Entweder Du fügst Dich zähneknirschend in Deine an- und untergeordnete Rolle, die Dir zugewiesen wird oder Du arbeitest Dich weiter ab und wirst von beiden Möglichkeiten irgendwann richtig krank. Dann sei gewiss, sie werden bestätigend mit den Köpfen nicken und sich erzählen, sie hätten es ja sowieso gewusst. Frauen können eben dem Druck nicht standhalten und so weiter.

 

Pack die Koffer und verschwinde schleunigst!

 

Da lob ich mir die fristlose Kündigung.

Ja natürlich, es gibt diverse Verpflichtungen, Verbindlichkeiten, Hausfinanzierung und ähnliche Dinge. Und wenn Du kündigst ohne neuen Job, was dann? Du machst Deinen Job außerdem gerne und das Arbeitsfeld passt zu Dir. Der Weg zur Arbeit ist  kurz und so praktisch. Deine Kolleginnen sind einfach supernett und ihr versteht Euch doch so gut.

Alles richtig, aber es nutzt nichts. Sie werden Dich weiter auflaufen lassen.

Die Tatsache, dass die gläserne Decke meistens erst ab einer höheren Ebene in Erscheinung tritt, tröstet da auch nicht viel.

 

Frauenquote? Löblich bringt’s aber auch nicht.

 

Tja, und die Sache mit der Frauenquote bringt’s da auch nicht. Denn ein über Jahre gewachsenes Firmengefüge, dass in der Spitze immer männlich dominiert war, wischt die Frauenquote einfach weg vom Tisch. Was wollen die denn auch damit?

Sie müssten sich am Ende ja der Entscheidung einer Frau „beugen“, in gewissen Situationen. Oder Sie müssten sich in ein Frauenteam einfügen, wie schrecklich.

Oder noch schlimmer. Sie müssten ihr Ego am Empfang abgeben und dürften es erst nach Dienstschluss wieder abholen… Nein, Scherz beiseite.

Aber mal ehrlich. Wie kurzsichtig muss ein Unternehmen sein, um in der heutigen Zeit nicht mit der Zukunft zu gehen?

Um sich die Chance entgehen zu lassen, sich als lernende Organisation zu begreifen und zu wachsen?

Um nicht zu erkennen, dass gemischte Teams einfach die besseren Ergebnisse produzieren? Was ja auch schon ewig bekannt ist …

Also da muss man schon ziemlich kurz denken.

 

Die entscheidende Frage ist, wie kommst Du aus dem Dilemma raus?

 

Wenn Du das Gefühl hast, dass in dem Unternehmen in dem Du arbeitest Frauen nicht zum Zug kommen, nicht wirklich respektiert und wertgeschätzt werden, dann sind die nächsten Schritte sorgfältig zu planen.

 

Mission Impossible?  –

5 Checks die Dich aus der Gefahrenzone bringen und Klarheit schaffen!

 

In der Ruhe liegt bekanntlich die Kraft und eine überstürzte Kündigung ist ganz sicher nicht das Nonplusultra, das gebe ich gerne zu.

Die grundsätzlichen Fragen sind:

Willst Du dableiben?

Wie soll Dein Abgang aussehen?

Und wann sollte er stattfinden?

Aber, unterteilen wir das Ganze in kleine Schritte.

 

Check Nr. 1:

Wie und in welcher Form möchtest Du das Unternehmen verlassen?
Das Spiel mit der inneren Kündigung.

Du hast Anspruch auf ein Arbeitszeugnis und es soll Deinen weiteren Berufsweg fördern, klar. Darüber möchtest Du doch bestimmt mit Deinem Vorgesetzten in Ruhe sprechen können, oder?

Außerdem willst Du mit einem guten Gefühl gehen, denn im Streit auseinandergehen ist auch nicht Sinn der Sache.

Du willst auch bestimmt keine Schlacht schlagen, als vermeintlicher Sieger triumphierend von dannen ziehen und ein Trümmerfeld hinterlassen. Auch eher unpassend.

Gehe die Situation in Ruhe durch und überlege Dir, wenn Du es selbst gestalten könntest, wie wünscht Du Dir Deinen Abgang?

Wenn Du zu einem Ergebnis gekommen bist, mit dem Du Dich wirklich wohl fühlst, dann bist Du auf dem richtigen Weg.

Diese kleine interne, frisch gebackene innere Kündigung hilft Dir zunächst die Situation für Dich zu entschärfen. Du gehst ja eh‘, also musst Du Dich bis dahin nicht mehr aufregen.

 

Check Nr. 2:

Willst Du eigentlich wirklich ganz nach oben an die Spitze?
Das Territorium abstecken.

Ich meine, jetzt liegt die innere Kündigung auf dem Tisch, da kannst Du auch ehrlich zu Dir selbst sein.

Oder ist der Karrieresprung eher etwas das im Lebenslauf prima aussieht. Hm, kein sehr gutes Motiv.

Aus eigener Erfahrung kann ich Dir bestätigen, dass ich grundsätzlich auch immer bis zu den Sternen will. Daher kann ich Dich verstehen. Aber manchmal reicht es auch, wenn Du „nur“ bis zum Mond kommst. Da ist es dann vielleicht auch ganz schön.

Es muss nicht immer das ganz große Besteck sein. Sei ehrlich. Willst Du das nur um Dein Ego bzw. Deine Eitelkeit zu streicheln oder ist es für Dich eine ganz klare Sache, dass Du ganz nach oben willst?

Denn dann ist ein Arbeitsplatzwechsel hinsichtlich Deiner Karrierewünsche absolut kein Problem und Du gehst es tatkräftig an. Stimmt’s?

 

Check Nr. 3:

Gibt es Jemand, dem Du es recht machen möchtest oder dem Du es so richtig zeigen möchtest?
Lass‘ andere Leute außen vor.

Auch das wäre 2x das falsche Motiv und nicht besonders konstruktiv. Karriere machen nur damit Du beweisen kannst was für eine tolle Frau Du bist, ist wenig zielführend und macht in aller Regel unglücklich. Du bist auch so eine ganz tolle Frau, da bin ich mir ganz sicher.

Genieße die Freiheit und schöpfe gedanklich mal aus dem Vollen. Wenn Du ganz allein für Dich entscheiden könntest, was Du arbeitest, was genau wäre das?

 

Check Nr. 4:

Ist das Unternehmen, in dem Du arbeitest für Dich wirklich das Nonplusultra?
Die Entscheidung für Wertschätzung.

Ich kann mir kaum vorstellen, dass Dein Wunschunternehmen eines ist, das Frauen nicht wertschätzt. Das geht doch gar nicht. Du bist fachlich entsprechend qualifiziert, sozial verträglich, emotional kompetent und arbeitest in einem Unternehmen, dass Frauen nicht wirklich be – achtet?  Hm, muss ich Dich noch mehr anstupsen … ?

 

Check Nr. 5:

Ist es der richtige Zeitpunkt?
Leinen los und ab geht’s.

Die vielleicht wichtigste Frage, ist die nach dem passenden Zeitpunkt.
Auch hier bitte ganz ehrlich sein. Ist jetzt aktuell wirklich schon der Zeitpunkt gekommen, um den nächsten Karriereschritt zu gehen und aufzurücken?

Hast Du alle nötigen Qualifikationen in der Tasche?

Reichen die Jahre Deiner Berufserfahrung aus?

Kannst Du die nächsten 5 Jahre entspannt Deiner neuen Position widmen?

Eine höhere Position anfangen und dann nach kurzer Zeit wieder absagen ist nicht besonders elegant.

Außer es liegt etwas Besonderes vor, das Du nicht ahnen oder wissen konntest.
Übrigens, auch dann solltest Du dieses kurze Gastspiel später in Deinem CV unterbringen und darstellen.

Hast Du genügend Unterstützung, Ansprechpartner oder Ansprechpartnerinnen, die Deinen Einstieg in die Führungsriege positiv begleiten können?

Nimm‘ Dir mal einen Kaffee und geh die Fragen und die Situation in Ruhe durch.
Wenn Du hier noch unsicher bist, dann empfehle ich Dir gerne zusätzlich die Geschichte von Rosalie als Inspiration.

Am Ende der Geschichte gelangst Du zu Rosalie’s Motivationsstrategie in 6 Schritten. Sie helfen Dir mehr Klarheit und Motivation zu gewinnen.

Hier ist der Link dazu:

https://www.fragrosalie.de/rosalie-buch/

 

Gläserne Decke? Ohne Dich!

 

Du kannst Dich natürlich unglaublich lange mit einer möglichen gläsernen Decke in Deinem Unternehmen beschäftigen. Es ist ein schier unerschöpfliches Thema, das immer wieder neue Blüten hervorbringt.

Du kannst es Dir aber auch einfacher machen, indem Du Dich ins Rampenlicht stellst und Dich nur nach Deinen Bedürfnissen richtest.

Was ist Dir wirklich wichtig?

Danach handle, egal ob es nun eine gläserne Decke in der Firma gibt oder nicht. Letztlich ist das doch „wurscht“, wie wir in Hessen sagen, da stehst Du drüber. Und außerdem hast Du Wichtigeres zu tun …

 

In diesem Sinne wünsche ich Dir einen fabelhaften Aufstieg und ganz viel Erfolg.
Hab‘ eine gute Woche und schreibe mir gerne einen Kommentar in den Kommentar.

Der nächste Blog erscheint am Gründonnerstag, 18.04., dann mit dem schon angekündigten Thema Strandfigur und Weltgesundheitstag. Passend zu Ostern, Schokolade, Kaffee und Kuchen und, und, und …

 

Herzliche Grüße bis dahin, teile den Beitrag gerne und lass‘ es krachen

Deine

Claudia